Mit ‘User Interface Design’ getaggte Artikel

Anwendungen für das iPhone oder der Reiz der Beschränkung

Mittwoch, 08. April 2009

Anwendungen auf dem iPhone sind hip. Seit Apple im Frühjahr letzten Jahres das iPhone SDK herausgebracht hat, herrscht eine regelrechte Goldgräberstimmung in der Szene. Geschichten vom schnellen Reichtum einzelner Entwickler und die Möglichkeit, mit schmalem Budget und überschaubarem Aufwand ein verkaufbares Produkt hinzubekommen, hat die Phantasie beflügelt und bisher zu über 25.000 Anwendungen für alle Lebensbereiche geführt, die im Apple Store für schmales Geld oder kostenlos angeboten werden. Dazu gibt es von Apple ein einfaches Geschäftsmodell: 30% für Apple, der Rest für den Entwickler.

Natürlich springen auch Wettbewerber wie Microsoft, Google und Nokia auf den Zug auf, in der Hoffnung den Hype auch noch für die eigene Plattform nutzen zu können. Wie nachhaltig das Geschäft mit den kleinen Anwendungen ist, die von sinnfrei bis nützlich eingestuft werden können, wird sich schon bald zeigen. Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß die spektakulären Erfolgsgeschichten auch hier ganz am Anfang von den Early Adopters geschrieben werden und dann das ganz normale Geschäft beginnt, mit sich mühsam ernährenden Eichhörnchen.

Aber unabhängig vom Geschäftsmodell ist die iPhone-Plattform für User Interface Designer interessant. Es gibt eine klar begrenzte Spielwiese, deren Faszination auch von den beschränkten Möglichkeiten herrührt:

  • Kleines, aber brillantes Display, 320 mal 480 Pixel groß. Der Platz ist wertvoll. Wenig Raum z.B. für Online-Hilfen, alles wird für die Anwendung benötigt.
  • Touscreen mit Multitouch. Das Erfassen von Texten ist lästig. Das Zoomen von Bildern mit zwei Fingern ist nett.
  • Der Benutzer sieht aus einer Sequenz von Anwendungsbildschirmen immer nur einen Screen, niemals mehrere gleichzeitig.
  • Der mobile Nutzungskontext. Die Anwender haben z.B. nur eine Hand frei, brauchen Zugriff auf Daten mit nur einem Touch, verteilen ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Aktivitäten gleichzeitig usw.

Das Design von Anwendungen für mobile Geräten weicht natürlich erheblich vom Design von Desktop-Applikationen ab, das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Beim iPhone kommen noch weitere Aspekte hinzu. Mehr dazu demnächst…

MIX09: Windows 7 User Experience

Freitag, 27. März 2009

Auf der MIX09 gewährt Microsoft Einblicke in die Entwicklung der neuen Windows 7 User Experience und zeigt Auszüge aus dem Design Prozess. Ein lohnender Vortrag von Stephan Hoefnagels, Senior UX Designer im Windows Team:


Get Microsoft Silverlight

(Zum Ansehen des Videos muss MS Silverlight installiert sein)

Wozu ist ein Style Guide gut?

Mittwoch, 25. März 2009

Hohe Design-Qualität sicherstellen

Gehen wir davon aus, daß im Rahmen eines UI Design Projektes eine neues UI-Design Konzept und ein neues Visual Design entwickelt wurden. Ziel ist es nun, diese i.d.R. in Software-Prototypen dargestellten Ausschnitte eines Gesamtsystems hinsichtlich des dort umgesetzten Look and Feel auf das gesamte System zu übertragen und auch zukünftige Entwicklungen gemäß dieser Vorgaben zu betreiben.
Um die erzielte Design-Qualität auf andere Systembereiche übertragen zu können, muß diese so dokumentiert werden, daß Entwickler diese Projektergebnisse nachvollziehen und nutzen können. Dazu dient ein Style Guide. Im Style Guide werden alle wichtigen Aspekte des UI-Designs dokumentiert, sowohl das Erscheinungsbild als auch das Verhalten von Screenelementen, Layouts und Interaktionsstrukturen. Damit sind die Ergebnisse eines UI- Design-Projektes für alle am Entwicklungsprozess Beteiligten nachvollziehbar und direkt verwertbar. Mit dem Style Guide wird sichergestellt, dass die Qualität des UI-Designs verlustfrei und konsistent im gesamten System umgesetzt werden kann.

Der Style Guide als Kommunikationsinstrument

Im Style Guide wird das im Projekt erarbeitete UI-Design für das Entwicklungsteam dokumentiert. So kann sichergestellt werden, daß ein neu entwickeltes UI-Design-Konzept konsistent auf das gesamte Produkt bzw. die geamte Produktfamilie angewendet wird. Besonders für Entwicklungsteams, die am Design-Projekt nicht beteiligt waren, ist eine Dokumentation hilfreich. Der Style Guide sollte möglichst wenig Interpretationsspielraum bei der Umsetzung zulassen. So kann eine echte Entlastung des Entwicklungsteams von UI-Design-Aufgaben erreicht werden und eine gleichbleibend hohe Qualität des Look and Feel für die Kunden.

Der Styleguide ist keine in Stein gemeißelte Sammlung von Richtlinien. Ein Style Guide sollte vielmehr als lebendes Dokument gesehen werden, das auf neue Anforderungen reagieren kann und diese in weiteren Versionen einbindet. Es sollte auch auf eine hohe Verfügbarkeit und einfache Benutzbarkeit des Style Guide geachtet werden.