Anwendungen auf dem iPhone sind hip. Seit Apple im Frühjahr letzten Jahres das iPhone SDK herausgebracht hat, herrscht eine regelrechte Goldgräberstimmung in der Szene. Geschichten vom schnellen Reichtum einzelner Entwickler und die Möglichkeit, mit schmalem Budget und überschaubarem Aufwand ein verkaufbares Produkt hinzubekommen, hat die Phantasie beflügelt und bisher zu über 25.000 Anwendungen für alle Lebensbereiche geführt, die im Apple Store für schmales Geld oder kostenlos angeboten werden. Dazu gibt es von Apple ein einfaches Geschäftsmodell: 30% für Apple, der Rest für den Entwickler.
Natürlich springen auch Wettbewerber wie Microsoft, Google und Nokia auf den Zug auf, in der Hoffnung den Hype auch noch für die eigene Plattform nutzen zu können. Wie nachhaltig das Geschäft mit den kleinen Anwendungen ist, die von sinnfrei bis nützlich eingestuft werden können, wird sich schon bald zeigen. Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß die spektakulären Erfolgsgeschichten auch hier ganz am Anfang von den Early Adopters geschrieben werden und dann das ganz normale Geschäft beginnt, mit sich mühsam ernährenden Eichhörnchen.
Aber unabhängig vom Geschäftsmodell ist die iPhone-Plattform für User Interface Designer interessant. Es gibt eine klar begrenzte Spielwiese, deren Faszination auch von den beschränkten Möglichkeiten herrührt:
- Kleines, aber brillantes Display, 320 mal 480 Pixel groß. Der Platz ist wertvoll. Wenig Raum z.B. für Online-Hilfen, alles wird für die Anwendung benötigt.
- Touscreen mit Multitouch. Das Erfassen von Texten ist lästig. Das Zoomen von Bildern mit zwei Fingern ist nett.
- Der Benutzer sieht aus einer Sequenz von Anwendungsbildschirmen immer nur einen Screen, niemals mehrere gleichzeitig.
- Der mobile Nutzungskontext. Die Anwender haben z.B. nur eine Hand frei, brauchen Zugriff auf Daten mit nur einem Touch, verteilen ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Aktivitäten gleichzeitig usw.
Das Design von Anwendungen für mobile Geräten weicht natürlich erheblich vom Design von Desktop-Applikationen ab, das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Beim iPhone kommen noch weitere Aspekte hinzu. Mehr dazu demnächst…